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Wie verkaufe ich Bilder bei Stock-Agenturen

Tutorial

Liebe Fotofreunde,

Durch eine Anfrage meines lieben Freundes Othmar vom Foto- und Videokreis Erlangen, ob ich einem befreundeten russischem Berufsphotographen ein wenig über den Verkauf von Bildern bei Stock-Agenturen erzählen kann, hier einmal die deutsche erweiterte Übersetzung. Vielleicht könnt auch ihr mehr aus euren Bildern machen und euch ein wenig nebenbei dazuverdienen. Meine bisherigen Erfahrungen teile ich gerne mit euch.

Wo könnt ihr Bilder verkaufen?

Da es eine Reihe von Stock-Agenturen auf dem Markt gibt, muss man erstmal die richtige finden. Um meinen Umsatz zu steigern, arbeite ich derzeit mit fünf verschiedenen Aktienagenturen zusammen (Shutterstock, Adobe Stock, iStock, Dreamstime und Colourbox). Ich habe auch andere Agenturen ausprobiert, aber entweder waren die Verkaufszahlen dort zu gering (123rf, Zoonar) oder das Hochladen der Bilder bereitete Probleme (Alamy, Bigstock).

Eine Übersicht der Stock-Agenturen, mit denen ich zusammenarbeite und gute Erfahrungen gemacht habe (Alamy ist noch dabei, aber ich lade dort keine neuen Bilder mehr hoch) findet ihr hier. Die Seite öffnet sich in einem neuen Fenster und wenn ihr hier auf die Bilder der einzelnen Agenturen klickt, kommt ihr auf mein jeweiliges Portfolio der Agentur. Hier könnt ihr dann auch die Anweisungen und Richtlinien der Agenturen finden, um selbst Verkäufer zu werden.

Es ist grundsätzlich auch möglich, Bilder exklusiv bei einer Stock-Agenturen zu verkaufen, dies führt zu höheren Erträgen. Ihr dürft die Bilder dann jedoch nicht bei anderen Stock-Agenturen anbieten. Ich mache davon nicht gebrauch und bediene lieber mehrere Agenturen gleichzeitigt, um meinen Ertrag zu steigern.

Wie werde ich Anbieter bei den Agenturen?

Zuerst müsst ihr ein Konto bei den jeweiligen Agenturen erstellen. Die Aufnahmeprozedur ist unterschiedlich geregelt: Bei einigen von ihnen müsst ihr ein paar Bilder als Referenzen vorweisen, bevor ihr als Anbieter akzeptiert werde (die Hürden sind aber nicht zu hoch). Wählt hier immer eure besten Bilder und versucht abzuschätzen wie sie sich verkaufen könnten.

Bei anderen Anbietern müsst ihr einen kleinen „Test“ absolvieren, um zu zeigen, dass man sich mit den Richtlinien der Bildagentur auseinandergesetzt hat (auch hier keine Angst, die Tests sind sehr einfach, können wiederholt werden und alle benötigten Antworten findet man in den Hilfeseiten der Agenturen). Nachdem ihr als Anbieter akzeptiert wurdet, könnt ihr auch schon mit dem Verkauf der Bilder beginnen. Vorher steht aber noch das Vorbereiten der Bilder für den Verkauf an.

Wie bereite ich meine Fotos für den Verkauf vor?

Wichtig ist zunächst, welche Art von Inhalten ihr anbietet. Fast alles kann verkauft werden (auch Videosequenzen, da verkaufe ich nicht so viel, aber man erzielt hohe Erträge), aber dabei muss grundsätzlich folgendes beachtet werden:

  • Zunächst müsst ihr sicherstellen, dass ihr auch die Urheberrechte an den Bildern besitzt. Zum Beispiel kann das Bild der „Glaspyramide“ des Louvre in Paris nicht verkauft werden, da die Bildrechte dem Architekten der Pyramide gehören (auch wenn das Bild von öffentlichem Grund aufgenommen wurde, das interessiert die Bildagenturen nicht). Aber ihr müsst euch keine Sorgen machen. Nach dem Hochladen der Bilder werden diese von den Agenturen überprüft (mehr oder weniger gut) und Bilder, die gegen ihre Richtlinien verstoßen, werden abgelehnt.
  • Generell Vorsicht ist auch bei Bildern geboten, auf denen ein bekannter Markenname eines Unternehmens sichtbar ist. Wenn ihr beispielsweise ein Bild mit einer Szene aus einer Stadt anbieten wollt und im Hintergrund ein Schild mit der Aufschrift „Mercedes Benz“ oder „Mc Donalds“ o.ä. vorhanden ist, wird das Bild sehr wahrscheinlich abgelehnt, da ihr nicht über die Rechte an der jeweiligen Marke verfügt. Daher solltet ihr vorher in Photoshop (oder einem anderen Bildbearbeitungsprogramm) alle Markennamen aus dem Bild herausretuschieren.
  • Problematisch ist auch der Verkauf von Bildern mit Personen. Denn für jede Person die erkennbar ist, muss zum jeweiligen Bild (oder einer Bildserie) eine Modelrelease beigefügt werden. Andernfalls werden die Bilder definitiv abgelehnt. Jede Agentur hat ihre eigenen vorbereiteten Modellrelease-Vorlagen. Ob ihr bereits vorhandene Modellreleases verwenden könnt, kann ich nicht sagen, da ich hier wenig Erfahrung habe.
  • Achtung auch bei Bildern die in Tierparks, Zoos u.Ä. aufgenommen wurde. In der Regel dürfen diese nicht verkauft werden (die Rechte Liegen beim Zoo). Hier lohnt vorher ein Blick auf die jeweiligen Homepages. Dort steht meist was zu Foto- und Videoaufnahmen.

Nachdem ihr also entschieden habt welche Bilder ihr hochladen wollt, geht es ans Vorbereiten der Bilder (ja, ein wenig Arbeit gehört schon dazu, aber ich habe dies in meinem Workflow mit eingebaut, so dass sich der Aufwand in Grenzen hält):

  • Die Bilder dürfen keine Rahmen, Wasserzeichen oder sonstige Elemente aufweisen (Wasserzeichen um eine unrechtmäßige Verwendung zu verhindern, werden von den Agenturen eingefügt) und müssen im JPEG-Format vorliegen. RAW-Dateien werden nicht akzeptiert.
  • Die Bilder sollten eine gute und hohe Auflösung haben. Bilder mit zu geringer Auflösung werden abgelehnt. Einige Agenturen haben auch eine Begrenzung für die Größe der JPG-Datei (z. B. 60 MB). Insbesondere bei großen Bildern oder Panoramen kann es eine Herausforderung sein, die JPG-Einstellungen zu optimieren, um die Dateigröße zu verringern.
  • Ebenfalls wichtig ist eine gute ausgewogene Belichtung. Zu helle oder zu dunkle Bilder werden gnadenlos abgelehnt. Nach meiner bisherigen Erfahrung reagieren die Agenturen alle extrem empfindlich auf Bildrauschen. Daher solltet ihr alle Bilder vor dem Bild entrauschen (beispielsweise mit Dfine 2 aus der NIK-Collection).
  • Alle Bilder müssen einen Titel haben. Zum Beispiel: „Luftbild der Namib-Wüste im Westen Namibias an der atlantischen Küste“. Meine Titel sind jedoch alle in Englisch, da dies bei den Agenturen am liebsten gesehen wird.
  • Alle Bilder benötigen eine Beschreibung. Normalerweise verwende ich hier den gleichen Text wie für den Titel selbst. Aber z.B. Dreamstime nimmt nur Bilder an, bei denen Titel und Beschreibung unterschiedlich sind. Die Beschreibung des oben genannten Bildes wäre bei mir dann ungefähr so: „Luftbild der Namib-Wüste im Westen Namibias an der atlantischen Küste im Sommer” (ich bin hier etwas faul). Auch meine Beschreibungen sind alle in Englisch.
  • Alle Bilder benötigen sogenannte Keywords, also Schlüsselwörter. Diese sind immens wichtig, soll euer Bild auch bei den Agenturen gefunden werden. Wievielte Keywords pro Bild notwendig sind, ist je nach Agentur unterschiedlich und beträgt in der Regel mindestens 10 bis 25 Schlüsselwörter. Da dies sehr zeitaufwändig sein kann, mache ich dies mit einem kleinen Plug-In für Lightroom namens „My Keyworder“. Auch die Keywords sind bei mir alle in Englisch.

Wie kommen meine Bilder zu den Stock-Agenturen?

Der Upload der Bilder zu den einzelnen Stock-Agenturen ist unterschiedlich geregelt. Alle Agenturen (mit Ausnahme iStock) bieten einen Webupload (also über euren Internetbrowser) und einen FTP Upload (mit einem FTP-Programm wie z.B. dem kostenlosen Programm „FileZilla“) an. Bei Adobe Stock könnt ihr zusätzlich auch direkt aus Lightroom heraus die Bilder hochladen. Bei iStock geschieht der Upload über ein eigenes kleines Programm namens „DeepMeta“. Eine ausführliche Anweisung findet ihr auf den Seiten der jeweiligen Agenturen.

Nach dem Upload müssen ihr bei den Agenturen Dreamstime, Adobe Stock und Shutterstock die Bilder auf den jeweiligen Seiten noch einer oder mehrerer Kategorien zuordnen (dies geschieht recht schnell im Internetbrowser), also z.B. „Kategorie Tiere“. Bei iStock, Alamy und Colourbox entfällt der Schritt, da es hier keine Kategorien gibt.

Wie geht es jetzt nach dem Upload weiter?

Sind die Bilder hochgeladen und ggf. kategorisiert, werden die Bilder von den Stock-Agenturen mehr oder weniger streng geprüft und die Bilder entweder in den Verkauf aufgenommen oder abgelehnt (Ablehnungsgründe sind z.B. schlechte Bildqualität, Bildrauschen, zu viele ähnliche Bilder, Bild lässt sich nicht verkaufen). Die Prüfung dauert einige Tage und man erhält dann sein Ergebnis in einer oder mehrerer Mails.

Erzielt ihr Verkäufe, so erhaltet ihr ebenfalls Nachricht. Jedoch wird das Geld nicht sofort ausbezahlt. Denn bei den meisten Agenturen muss erst ein Mindestbetrag angesammelt werden (außer bei Adobe Stock, hier kann man den Betrag frei wählen, ab wann ausbezahlt wird). Bei Shutterstock sind dies 35 $, bei Alamy 50 € und bei iStock, Dreamstime und Colourbox 100 $ bzw. 100 €. Auszahlen lässt man sich am besten über PayPal, da dies am komfortabelsten ist.

Meine bisherigen Erfahrungen mit den einzelnen Stock-Agenturen und Tipps für den Start

Im Folgenden fasse ich mal meine Erfahrungen zusammen, die ich bis jetzt bei den o.g. Stock-Agenturen gemacht habe. Wer frisch anfängt sollte sich zunächst auf die Stock-Agenturen Shutterstock und Adobe Stock konzentrieren, da hier die Anmeldung sehr unkompliziert klappt und schnell erste Ergebnisse erzielt werden können.

Shutterstock

Da Shutterstock mit einer der größten Stock-Agenturen Weltweit ist, verkaufe ich auch hier die meisten Bilder, da der Kundenstamm entsprechend hoch ist. Abhängig von der Art wie der Kunde die Bilder später verwenden will (nur im Internet, für Druckpublikationen wie Zeitungen, Bücher oder Kataloge), in welcher Bildgröße der Kunde das Bild benötigt und ob der Kunde ein Abo bei der Agentur hat liegen die Erträge pro Bild bei ca. 0,25 $ (für einfache Web-Lizenzen im Abo – dies ist bei mir am meisten der Fall) bis hin zu 13,50 $ (Druckpublikation, höchste Auflösung – geschieht seltener). Bei Shutterstock habe ich 3819 Bilder im Verkauf. Davon wurden seit 12/2016 ca. 800 Bilder verkauft.

Adobe Stock

Adobe Stock ist ebenfalls eine meiner Favoriten. Hier sind die Erlöse etwas besser, dafür verkauft man etwas weniger. Schön ist bei Adobe Stock, dass der Dienst in Adobe´s Creative Cloud integriert ist, so dass die Daten im Prinzip allen zur Verfügung stehen, die Adobe Produkte verwenden. Das hebt natürlich enorm den Kundenstamm.  Bei Adobe Stock habe ich 3773 Bilder im Verkauf. Davon wurden seit 12/2016 ca. 270 Bilder verkauft.

Netter Nebeneffekt: ich habe jetzt schon zweimal (2018 und 2019) ein Jahr lang das Adobe Creative Cloud Foto-Abo (Wert ca. 120 €) geschenkt bekommen, da ich > 400 Bilder im Jahr hochgeladen habe und eine Ablehnungsquote von < 50 % hatte. Der Kundendienst war sogar so freundlich mit das Foto-Abo auf meine komplette Creative Cloud anzurechnen.

iStock by Getty Images

iStock ist quasi der kleine Bruder von Getty Images (eine der renommiertesten Bildagenturen überhaupt, jedoch kann man sich bei Getty nicht bewerben, sondern wird ausgewählt und muss dort seine Bilder exklusiv anbieten). Bei iStock ist der Upload als einzige Bildagentur über ein eigenes Programm möglich, was sehr gut zu bedienen ist. Wenn man Glück hat, werden auch einige Bilder ausgewählt und sind dann sogar auf Getty Images (ohne Exklusivität) verfügbar. Bei iStock habe ich 4228 Bilder im Verkauf.

Dreamstime

Ebenfalls eine recht gute Agentur, jedoch mit weniger Verkaufszahlen aber sehr geringen Ablehnungsquoten. Bei Dreamstime habe ich 4217 Bilder im Verkauf. Davon wurden seit 12/2016 ca. 140 Bilder verkauft.

Colourbox

Colourbox ist eine kleine skandinavische Bildagentur mit einem kleinen Kundenstamm. Da aber der Upload ohne Probleme von statten geht und die Agentur recht unkritisch ist, was den Inhalt angeht, lade ich hier weiter hoch. Bei Colourbox habe ich 4228 Bilder im Verkauf. Davon wurden seit 12/2016 ca. 120 Bilder verkauft, mit einem Gesamtverdienst von ca. 33 €. Hier werde ich die Entwicklung weiter prüfen und ggf. mein Engagement einstellen.

Alamy

Eine nette Stock-Agentur mit einigen Haken. Zwar klappt der Upload ganz gut, aber der Review der Bilder ist etwas speziell. Beispiel: Wenn man 100 Bilder hochlädt und diese werden von Alamy geprüft und ein Bild fällt durch die Qualitätskontrolle, wird sich der Rest der Bilder gar nicht mehr angeschaut (Tipp hier, Bilder nur in kleinen „Batches“ hochladen). Passiert das zu oft wird man für eine gewisse Zeit für den Upload gesperrt. Daher biete ich keine neuen Bilder mehr auf Alamy an. Bei Alamy habe ich 3851 Bilder im Verkauf. Davon wurden seit 12/2016 ca. 10 Bilder verkauft.

Anbei noch ein paar Beispiele meiner meistverkauften Bilder.

Ich wünsche Euch viel Erfolg, beim Verkaufen Eurer Bilder. Wenn ihr Fragen habt, erreicht ihr mich jederzeit über mein Kontaktformular.

Euer Dirk von Five-Birds Photography

This post is also available in: English (Englisch)

2 Kommentare zu “Wie verkaufe ich Bilder bei Stock-Agenturen

  1. Elke Bertram says:

    Danke, lieber Dirk, für die große Mühe, die Du Dir, für uns alle, mit dem Abfassen dieses Berichtes gemacht hat. Du hast alles leicht verständlich geschrieben.
    Meine eigene Erfahrung beschränkt sich nur auf Adobe Stock. Da kann ich zu Deinem Artikel hinzufügen, dass schwarzweiß Fotos grundsätzlich abgelehnt werden.
    In 1/2 Jahr habe ich zwei Fotos verkauft: 0,48 € + 0,52 € !!!!!!
    Lieben Gruß
    Elke

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